„Gläubige“ Brüder unterwegs

Angefangen hat es an der Fasnacht 1998 als fünf hochbegabte Individuen sich in Mönchsgewänder gehüllt hatten und im Kirchengesangsbuch nach dem Rezept des Klosterbräus gesucht haben. Gefunden wurde die einmalige Mischung des populären Gerstensaft zwar nicht, doch man hatte auf Anhieb sämtliche Gläubige, die sich am Schmutzigen Donnerstag in den Beizen des Urner Oberlands auf Action warteten, auf ihrer Seite. Mit gregorianischen Gesängen und lateinischen Zitaten aus dem KGB versuchten die Schriftgelehrten die Abwanderung der Katholiken persönlich zu stoppen. Selbst vor dem benachbarten Tessin machten die Mönche keinen Halt, leider waren sie dort zum falschen Zeitpunkt am falschen Ort. Doch nach und nach beruhigten sich die Gemüter wieder bis 51 Wochen später auf einem Flugblatt in den Oberlandgemeinden eine echte New Orleans Jazz-Band angekündigt wurde. Pickfein in überbezahlte Uniformen gekleidet, spulten die Musiker ein immenses Programm ab, oder besser gesagt, das Band spulte das Programm ab.

NS-TV im Urner Oberland

Für Aufsehen sorgte ein weiteres Flugblatt in dem der neue schweizerische Privat Sender NS-TV in allen Haushaltungen angekündigt wurde. Obwohl während der Fasnachtszeit eigentlich nichts , aber auch gar nichts geglaubt werden kann, strömten die Leute von allen Seiten herbei. Wer will nicht einmal im Fernsehen kommen, gar noch ein Interview geben, primitive Fragen beantworten und zu guter Letzt dem Fernseh-Team sein Schlafzimmer zeigen?

Hollywood in Gurtnellen

All dies ist aufgezeichnet auf Videobändern und soll der Nachwelt als handliche DVD zugänglich gemacht werden. Für eine Hollywood Produktion machten sich Tuba e Sousa, Long John, Mc Hunziker, Mr Bird, Mc Gheziger und der Key Accounter an die Arbeit eine Management Agency ins Leben zu rufen. Was das ist? Tja, davon hatten die sechs Chaoten auch keinen blassen Schimmer. Der Name hatte aber einen gewissen Hauch von Hollywood, denn sonst wären die Kneipen im oberen Urner Reusstal nicht so voll gewesen, als man Talente für weitere Castings suchte. Nebst dem Verarschen der Mitbürger, welches sich die Truppe zum eigentlichen Ziel machte, wurde hinter den Kulissen eifrig ein alter Baustellenwagen zum Notstrom Mobil umgebaut. Rechtzeitig zur Fasnacht wurde der Umbau abgeschlossen und es fanden diverse Events im und um den frisch renovierten Wagen statt. Das Essen gilt schon seit je her zu den wichtigsten Angelegenheiten der Notströmler. Die Notstrom-Crew sich bis dato auch noch keinen Hungerrast geholt hat. Wer essen kann , kann auch trinken, gilt als Leitsatz! Höhepunkt der Fasnacht 2002 war die Humori Nomination des Urner Wochenblattes. Mit dem Motto „Jäger“ wurde die diversen Verfehlungen der Urner Jäger gehuldigt.

Mit Floh Egon auf Tour

Hurra der Zirkus kommt! Mit Floh Egon im Gepäck und vielen anderen Lachnummern machte der Zirkus Notstromia die Beizen im Oberland zur Zirkusmanege. Selbst eine technisch versierte Nummer, bei welcher eine Person entzwei gesägt wurde, durfte im üppigen Programm nicht fehlen. Die Vorstellungen waren begeisternd und alle ausverkauft bis Floh Egon sich sprichwörtlich aus dem Staub machte und das Programm dadurch einen herben Dämpfer erleiden musste. Nichtsdestotrotz und inspiriert durch das WEF in Davos, stand auch schon bald das Motto der nächsten Fasnacht fest. Die Polizei als dein Freund und Helfer! Helfen musste der NS-Eingreif-Truppe aber nicht die Polizei, sondern eine Versicherung, als es darum ging einen kleinen Feuerschaden in einem Restaurant gütlich zu regeln. Böse Zungen behaupten aber, dass in den Dörfern rund um die Hauptwache der NS - POLICE immer noch Leute zusammen zucken, wenn das Polizeihorn ertönt.

Oktoberfest schon im Juni

Weitere Themen waren ein Netti Sossi Kochstudio mit fahrbarer Küche, die Vermarktung des Ferien-Resorts auf dem Arnisee und ein Golflehrgang, um rechtzeitig zur Eröffnung der Sawiris Anlage parat zu sein war der krönende Abschluss. In den letzten Jahren haben sich die Notströmler vom aktiven Fasnächtlen etwas zurückgezogen. Mit der Organisation eines Oktober-Fest schon anfangs Juni 2009 und der reanimierten Kilbi im gleichen Jahr haben die glorreichen Sieben gezeigt, dass sie immer noch am Wirken und Wörken sind.
Zusammenfassend gibt es wohl keine andere derartige Verbindung menschlichen Geistes, wie die sich zwischen Genie und Wahnwitz befindliche Gruppe Notstrom.